Sven Decker's TRANSPARENCY

Apéro's Jazz

Eng verknüpft ist die Musik von TRANSPARENCY, dem neuen Trio des Kölner Saxophonisten und Komponisten Sven Decker, mit der Vorstellung von Transparenz und Reduktion.Reduktion an Klangdichte bei gleichzeitig maximaler Intensität und Transparenz in der Gestaltung melodischer und kompositorischer Stilmittel. Die elf Kompositionen der aktuellen CD Sepia sind stark autobiographisch, intensiv und in sich kleine abgeschlossene Geschichten, die mal verträumt und melancholisch, mal eruptiv und fordernd daher kommen. Die beiden fest in der Kölner Szene etablierten Mitmusiker Matthias Akeo Nowak (b) und Etienne Nillesen (dr) verstehen es wunderbar, das Wesentliche in den Kompositionen durch reduziertes, spannungsreiches Spiel zu Tage zu fördern.

Der Kölner Saxofonist Sven Decker ist eigentlich ein hageres Kerlchen - auf dem treffend betitelten Opener No Boundaries bläst er sein Tenor aber so muskulös, dass man nicht weiß, wer hier wen vor sich her treibt: Die vorzügliche rhythm section aus Matthias Akeo Nowak (Bass) und Etienne Nillesen (Schlagzeug) den Saxofonisten oder umgekehrt. Dass man dieses high energy-Powerplay nicht über ein ganzes Album halten kann, ist klar und auch gar nicht wünschenswert. Und so ergeht Decker, der sonst in Bands wie Ohne 4 gespielt drei, Feinkost Decker oder The Bliss zu hören ist, sich in seinem Trio in sich behutsam steigernden Exerzitien (The Tooth Is Loose) oder einer seinem Schlagzeuger viel Raum gebenden Nummer namens The Marching Drummer. Das transparente Spiel der drei Musiker weist jedenfalls so viele Ecken, Kanten und überraschende Wendungen auf, dass es immer spannend bleibt.

(Rolf Thomas, Jazzthing)

La série d'Apéro's Jazz est une coproduction neimënster/JAIL (Jazz in Luxembourg) / Brasserie Le Neumünster.

Matthias Akeo Nowak - b
Etienne Nillesen - dr
Sven Decker - ts, bcl, cl, comp