Peter Sloterdijk im Gespräch mit Caroline Mart

 

DE: Er gilt als einer der wichtigsten Vordenker unserer Zeit. Wortgewaltig greift Peter Sloterdijk in gesellschaftspolitische Debatten ein und provoziert liebend gern neue Denkweisen. Einige Wochen vor der richtungsweisenden Europawahl veröffentlicht Peter Sloterdijk im April 2019 das Buch Réflexes primitifs. Considérations psychopolitiques sur les inquiétudes européennes (Payot, Paris). In vier Essays thematisiert er darin die diskursbestimmenden Begriffe Immigration, Brexit, soziale Kohäsion und Nation. Dabei analysiert er u.a. den Aufstieg der Populisten und ihre Weltsicht und erinnert an die Notwendigkeit, gegen den Zynismus vorzugehen.

Peter Sloterdijk wurde 1947 als Sohn einer Deutschen und eines Niederländers geboren. Von 1968 bis 1974 studierte er in München und an der Universität Hamburg Philosophie, Geschichte und Germanistik. 1971 erstellte Sloterdijk seine Magisterarbeit mit dem Titel Strukturalismus als poetische Hermeneutik. Im Jahre 1976 wurde Peter Sloterdijk von Professor Klaus Briegleb zum Thema Literatur und Organisation von Lebenserfahrung. Gattungstheorie und Gattungsgeschichte der Autobiographie der Weimarer Republik 1918-1933 promoviert. Zwischen 1978 und 1980 hielt sich Sloterdijk im Ashram von Bhagwan Shree Rajneesh (später Osho) im indischen Pune auf. Seit den 1980er Jahren arbeitet Sloterdijk als freier Schriftsteller. Das 1983 im Suhrkamp Verlag publizierte Buch Kritik der zynischen Vernunft zählt zu den meistverkauften philosophischen Büchern des 20. Jahrhunderts. 1987 legte er seinen ersten Roman Der Zauberbaum vor. Seit 2001 ist Sloterdijk in Nachfolge von Heinrich Klotz Rektor der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe sowie dort Professor für Philosophie und Ästhetik.

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