Aline Frazao

Printemps Musical

Fr: La chanteuse angolaise Aline Frazão nous entraîne vers des lieux exotiques, du Cap-Vert au Brésil avec son nouvel album « Insular ». Nul besoin de comprendre le portugais pour appréhender la musique vibrante d'Aline Frazão, véritable melting pot. On y décèle des sonorités portugaises, capverdiennes, brésiliennes, cubaines et ouest-africaines bien sûr, qui accompagnent sur un ton jazzy la poésie de sa voix d'alto. Née et élevée à Luanda, la capitale de l'Angola, Frazão est partie étudier en Europe. Après une escale au Portugal, elle s'est finalement installée en Espagne, à Saint-Jacques de Compostelle. Durant ses pérégrinations, elle a pu glaner des influences musicales et culturelles aux quatre coins du globe, influences qu'elle a habilement mêlées en une musique à la fois douce et pleine d'énergie.

De: Das musikalische Universum der jungen angolanischen Künstlerin Aline Frazão ist etwas anders gestrickt, scheut nicht die verschlungenen Pfade, die ungewöhnlichen Abzweigungen. Die Zutaten: Eine entlegene schottische Insel, ein portugiesischer Rocker, ein britischer Produzent - und die Songs und die Stimme einer Frau aus den Tropen. Klingt ein bisschen wie ein durchgedrehter Fantasyroman, oder? Doch genau dort, wo George Orwell einst seinen Erfolgsroman 1984 schrieb, ist aus der Vision der angolanischen Songwriterin Aline Frazão ein Werk von melancholischer Schönheit entstanden, das in der portugiesischsprachigen Welt bislang einmalig sein dürfte. Am 22. April dieses Jahres veröffentlicht sie ihr Album 'Insular' auf dem Freibuger Label Jazzhaus Records.

Und so nehmen die Visionen von Insular ihre großartige Gestalt an - Visonen, die mit dem träumerischen Titelstück beginnen, in dem sie von ihrer Annäherung an die Insel erzählt, in deren Einsamkeit sie die Sterne und den Himmel lesen lernte. Visionen, die sich verführerisch in der Verzahnung von Akustikgitarre und Harfe in ´Império Perdido´ winden. Und die schließlich in einem Stück wie ´Mascarados´ gipfeln, voll sinnlichem Melos, wie man es von der Brasilianerin Marisa Monte kennt, und Geraldes malt dazu mit seiner Gitarre einen vielschichtigen Soundtrack zwischen Seufzen und Sägen.

Freilich ist das Album weit entfernt von lethargischem Nebel: In ´O Som Do Jacarandá´ malt Frazão Bilder von einer Stadt aus Palisander, in der Blütenstaub weht und der Klang des Meeres herantost, eine Erinnerung an ihre afrikanischen Wurzeln mit querständigen Tanzrhythmen. ´Langidila´ ist ihre Verbeugung vor dem angolanischen Unabhängigkeitskämpfer Deolinda Rodrigues, den sie mit Spoken Word-Versen und einem Groove ehrt, der geradewegs von den marokkanischen Gnawa kommen könnte. Geradezu ruppig kommt ´A Louca´ daher, die Gitarre beißt und schreit, während sie die Verse der Rapperin Capicua aus Porto interpretiert - diese erzählen von einer missbrauchten Frau, die verrückt geworden ist. Und der krachige Höhepunkt ist mit ´A Prosa Da Situação´ erreicht, das in wütenden Metaphern von einem Königreich der Unterdrückung berichtet.

Schließlich bricht Aline Frazão sogar an die Gestade der Weltliteratur auf: ´O Homem Que Queria Um Barco´ (Der Mann, der nach einem Boot verlangte) ist ihre Version von ´O Conto Da Ilha Desconhecida´, eine Erzählung des Nobelpreisträgers José Saramago. In meisterhafter Dramaturgie mit Harfengirlanden und nachdenklicher Klarinette setzt sie diese Geschichte von der Suche nach der unbekannten Insel um, die sie während der Aufnahmen auf Jura ja auch als Suche nach sich selbst durchlebt hat. Im Finale schließlich, um den Bogen der Reise zurückzuschlagen, läuft sie in einen heimatlichen Hafen ein: ´Susana´ ist eine unverkennbare Reverenz an die Semba-Rhythmen Angolas, mit beschwingter Akustik und Zeilen auf Kriolu. Insular ist eine wunderbare, aufregende Erzählung von einer Frau aus den Tropen, die in der Isolation des Nordatlantiks das ideale melancholische Setting für ihre poetischen Klanggemälde fand.

Die Schwäbische Zeitung schreibt Kurz darauf zieht ihre Stimme alle in den Bann und das Lachen verstummt - so wie jedes Geräusch bis auf den Regen, der auf's Zeltdach trommelt und sich harmonisch zu Marcos Alves' Schlagzeug gesellt. Die Klangkulisse ist perfekt, fast surreal. Und mit geschlossenen Augen hört man Frazao nicht mehr als 26-jährige die wie selbstverständlich in leichten Sandalen und langem Jerseykleid auf der Bühne steht. Mit geschlossenen Augen ist sie viele, alt und jung, wissend und weise, aber immer voller Emotion und Energie. [...] Es ist egal, welche Sprache sie singt. Ihre Lieder hallen nach und gehen tief.

Organisation: Luxembourg City Tourist Office, collaboration: neimenster