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`Lesung unter Palmen`: Anke Stelling und Guy Helminger lesen Kurzgeschichten

Moderation: Samuel Hamen

DE: Das Leben ist undurchsichtig und erzählenswert. Und es gilt, in diesem Leben vorzukommen, zwischen all den Wünschen und Enttäuschungen, den gesellschaftlichen Normen und alltäglichen Herausforderungen. Wer bin ich denn hier überhaupt? Wer könnte ich sein?

Anke Stellings Prosa analysiert auf hoch sensible Weise die Mittelstandsgesellschaft der Gegenwart, heißt es in der Jurybegründung zum Friedrich-Hölderlin-Preis 2019. Und weiter: Mit soziologischer Präzision stellt Anke Stelling dar, wie und mit welchen Konsequenzen heutige Bürgerlichkeit von den antibürgerlichen Werten der 68er infiziert worden ist.

In ihrem aktuellen Erzählungsband `Grundlagenforschung`, aus dem sie in Luxemburg lesen wird und in dem auch Luxemburg Erwähnung findet, vermag man sämtliche Motive, Themen, ja geradezu die gesamte literarische Welt Anke Stellings zu entdecken - und diese Erforschung ist nicht nur für Stelling-Fans faszinierend.

Guy Helminger veröffentlichte mit `Rost. Stories` (Neuauflage 2016) einen verstörend-faszinierenden, stilistisch anspruchsvollen und literarisch höchst vielseitigen Erzählband, der dem Autor bei seinem ersten Erscheinen 2002 den renommierten Prix Servais eintrug.

Im Institut Pierre Werner wird Guy Helminger noch unveröffentlichte Kurzgeschichten präsentieren, die Situationen beschreiben, in denen ein Riss im Leben der Protagonisten auftritt, etwas Unvorhergesehenes geschieht, die die Existenz in eine andere Richtung als vorher abdriften lässt.

Anke Stelling, geboren 1971, stand mit ihrem Roman `Bodentiefe Fenster` (2015) auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2015. Ihr neuster Roman `Schäfchen im Trockenen` (2018) wurde mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2019 ausgezeichnet. Im Juni 2019 erhielt sie den Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg.

Guy Helminger, geboren 1963 in Esch/Alzette, erhielt 2004 anlässlich der 28. Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt den 3sat-Preis. 2016 wurde er mit dem Dresdner Lyrikpreis und 2020 mit dem Gustav-Regler-Preis ausgezeichnet. Sein zuletzt erschienener Roman `Die Lombardi-Affäre` (capybarabooks, 2020) steht auf der Shortlist für den Prix Servais 2021.

Organisation: Institut Pierre Werner / Soutien: neimënster